Summer Dreaming

Mein Praktikum bei DILB*-Hamburg 

Auch wenn das Ganze jetzt schon ein bisschen her ist, versuche ich alles so genau und neutral wie möglich wieder zugeben, genau wie die DILB* es mich gelehrt hat

Also, für alle die es noch nicht wissen:

DILB* ist die auflagenstärkste Zeitung in Europa, am Tag werden bis zu 5 000 000 Exemplare verkauft, gelesen wird sie aber von dreimal so vielen Leuten. Sie ist und war immer die Zeitung für den "kleinen Mann" (damit ist ausnahmsweise mal nicht Flo gemeint ). Chefredaktuer ist Manni de Kaik* und ich darf von mir behaupten, ihn "kennengelernt" zu haben (laut taz hat dieser gewisse Herr de Kaik* übrigens versucht seinen Penis mit Leichenteilen zu verlängern... )

DILB*-Hamburg hat allein schon eine Auflage von 800 000 Exemplaren, auch wenn kein Hamburger wirklich zugibt, dass er "sowas" liest.

Die Lokalredaktion von DILB*-Hamburg ist eigentlich auch relativ "süß" besetzt. Der Durchschnittsredaktuer ist nämlich 28 dazwischen sitzt allerdings der ein oder andere junggebliebene aber depressive Mittvieriziger - kein Wunder, denn sogar die Chefs sind über 15 Jahre jünger.

15 000 000 Menschen werden also täglich von einem Haufen sich noch in der Pubertät befindlichen Twens informiert

Nein, mal im Ernst. Die meisten Redakteure sind zwar nicht gerade freundlich, scheinen aber auch nicht gerade die schlechtesten Absolventen der Axel-Springer-Journalisten-Schule gewesen zu sein. Und da muss man ja schließlich auch erstmal hinkommen!

Jedenfalls war mein Praktikantinnen-Dasein ziemlich eintönig. Hier mal ein typischer Tagesablauf:

8:47h : Die Bahn kommt! Einsteigen und ab zu Axel!

9:10h: "Check-In" bei Axel

9:45h: BILD-Hamburg Konferenz

ab 10:30h: sitzen, gucken, warten.

13:30h: Essen in der Kantine - mein tägliches Highlight!

bis 17:00h: sitzen, gucken, warten.

ab 17:00h: FEIERABEND!!!

dazwischen DURFTE ich - an guten Tagen - auch mal raus und zwar um stundenlange Umfragen auf der Straße zum Thema wetterfühlig zu machen (O-Ton: "Hallo, wir sind von DILB*-HAMBURG und machen eine medizinische Umfrage zum Thema Wetter" - DILB* und MEIDIZINISCHE Umfrage? Wers glaubt!), um Autos zu zählen (wir wissen jetzt: 15% aller 15 000 von mir eigenhändig gezählten Autos hatten während der WM eine Deutschlandfahne am Fenster baumeln...), um Requisiten für Fotos zu kaufen und zu tragen, um nackte Nutten auf dem FIFA-Fan-Fest zu beschützen oder um selbst mal Model spielen zu DÜRFEN. Nebenbei DURFTE ich das Lesertelefon betreuen (O-Ton: "Hallo, ist da die DILB*? Ich hab eine MEGA TITELSTORY für euch! Mein Windhund ist gestern weggelaufen...") und ansonsten sitzen, gucken und warten und sich ab und an mal anschnautzen lassen.

An dem Tag, als wir am Gänsemarkt standen und zufällig sahen, wie ein 75-jähriger Mann plötzlich umkippte und wir gezwungen waren, seine vollkommen aufgelöste Frau dazu auszuquetschen, war für mich spätestens klar: DAS ist nichts für dich!

Trotzdem habe ich bei DILB* auch Dinge erlebt, die nicht alltäglich oder selbstverständlich sind, wie zum Beispiel das Rosenstolzkonzert, das Drachenbootrennen oder auch das "Date" mit den Amis.

Einerseits war es genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte, andererseits aber auch ganz anders. Und trotzdem ist sicher: DILB* ist DILB* ist DILB* ist eben doch vor allem DILB* 

Übrigens, allen, die DILB* genauso gern haben wie ich, empfehle ich die Seite www.bildblog.de

alena

* Vorsicht: Anagramm, d.h. Name geändert (lernt man nicht bei DILB*, kann ich aber trotzdem )

19.7.06 15:38
 


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